Eine tropfende oder veraltete Badewannenarmatur ist mehr als nur ein optisches Problem. Sie kann den Wasserverbrauch unnötig erhöhen, Kalkablagerungen begünstigen und im schlimmsten Fall zu Wasserschäden führen. Wer die Armatur rechtzeitig wechselt, spart langfristig Kosten – und kann gleichzeitig dem Badezimmer ein frisches Erscheinungsbild verleihen.
Dieser Ratgeber erklärt, worauf es beim Wechsel einer Badewannenarmatur ankommt, welche Vorbereitungen notwendig sind und wie die neue Armatur korrekt ausgewählt wird.
Nicht jede undichte Armatur muss sofort ersetzt werden. Manchmal genügt ein neuer Dichtungsring oder ein gereinigtes Ventil. Ein vollständiger Wechsel empfiehlt sich jedoch in folgenden Situationen:
Die Armatur tropft dauerhaft, obwohl Dichtungen bereits erneuert wurden
Kalkablagerungen lassen sich nicht mehr vollständig entfernen
Die Armatur ist optisch veraltet und passt nicht mehr zum restlichen Bad
Es soll von einer Zweihebelbatterie auf einen modernen Einhebelmischer oder ein Thermostat umgerüstet werden
Die Armatur ist älter als 15 bis 20 Jahre und zeigt erste Materialermüdungen
Besonders der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Selbst wenn keine sichtbaren Mängel bestehen, können innenliegende Bauteile wie Kartuschen oder Dichtungen im Laufe der Zeit porös werden.
Bevor die alte Armatur entfernt wird, sind einige Vorarbeiten notwendig.
Wasseranschluss prüfen: Handelt es sich um einen Hoch- oder Niederdruckanschluss? Eine Hochdruckarmatur erkennt man an zwei Anschlüssen, eine Niederdruckarmatur an drei. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Wahl der neuen Armatur.
Aufputz oder Unterputz? Bei einer Aufputzarmatur liegen die Leitungen sichtbar an der Wand. Bei einer Unterputzarmatur sind sie in der Wand verbaut. Wer von Aufputz auf Unterputz wechseln möchte, sollte wissen, dass dabei Stemm- und Fliesenarbeiten anfallen können.
Achsabstand messen: Viele Badewannenarmaturen haben einen festgelegten Mittenabstand zwischen Kalt- und Warmwasseranschluss, üblicherweise 150 mm. Abweichungen davon erfordern Anpassungssets oder spezielle Modelle.
Zubehör sichten: Liegt ein Ablaufgarnitur-Set bei oder muss diese separat erworben werden? Manche Armaturen werden ohne Abflussgarnitur geliefert.
Werkzeug bereitstellen: Benötigt werden in der Regel ein Gabelschlüssel, Gewindedichtband (Teflon), ein Fugenmesser sowie Dichtmasse für die Wandbefestigung.
Die Auswahl an Badewannenarmaturen ist groß. Wer Übersicht gewinnen möchte, sollte sich an folgenden Kriterien orientieren:
Mischtechnik: Einhebelmischer sind bequem und schnell in der Temperatureinstellung. Thermostatarmaturen bieten zusätzlichen Komfort durch eine exakte, konstante Temperaturwahl – ideal für Familien mit Kindern. Zweihebelbatterien gelten als klassisch, werden aber seltener nachgefragt.
Material und Oberfläche: Hochwertige Armaturen bestehen aus Messing mit hochwertiger Oberflächenbeschichtung. Verchromte Oberflächen sind pflegeleicht, gebürstete Oberflächen (Nickel, Bronze, Schwarz) wirken edler, zeigen aber auch Fingerabdrücke etwas stärker.
Markenhersteller: Produkte bekannter Hersteller wie Hansgrohe, Keuco oder Hansa bieten in der Regel eine längere Lebensdauer sowie eine bessere Ersatzteilverfügbarkeit. Das zahlt sich langfristig aus.
Beratung nicht unterschätzen: Wer unsicher ist, welche Armatur zu den vorhandenen Anschlüssen und dem eigenen Badstil passt, sollte sich fachkundige Hilfe holen. Im einBad Online-Shop für Badezimmerarmaturen wird neben einem breiten Sortiment an Markenarmaturen auch eine kostenlose Fachberatung angeboten – hilfreich besonders dann, wenn es um die Kombination von Armatur, Badewanne und Zubehör geht.
Budget einplanen: Einfache Aufputzarmaturen sind bereits ab ca. 80 bis 150 Euro erhältlich. Hochwertige Thermostatarmaturen namhafter Hersteller bewegen sich meist zwischen 300 und über 1.000 Euro. Die Investition lohnt sich, da eine gute Armatur deutlich länger hält und weniger Reparaturen verursacht.
Schritt 1 – Wasser abstellen Zunächst müssen die Absperrhähne für Warm- und Kaltwasser geschlossen werden. Wer keine separaten Absperrhähne im Bad hat, dreht das Wasser am Haupthahn ab.
Schritt 2 – Restdruck ablassen Anschließend wird die vorhandene Armatur geöffnet, um den Restdruck aus den Leitungen abzulassen und verbleibendes Wasser abzulassen.
Schritt 3 – Alte Armatur demontieren Schraubenverbindungen lösen und die Armatur vorsichtig abschrauben. Falls Silikondichtmasse vorhanden ist, mit einem Fugenmesser entfernen. Anschlussgewinde auf Beschädigungen prüfen.
Schritt 4 – Gewinde säubern und vorbereiten Alte Dichtreste restlos entfernen. Gewinde mit Gewindedichtband (Teflon) neu abdichten, um eine wasserdichte Verbindung zu gewährleisten.
Schritt 5 – Neue Armatur montieren Die neue Armatur wird entsprechend der Herstelleranleitung angebracht. Verbindungsschrauben handfest anziehen – nicht überdreht, um Gewinde nicht zu beschädigen.
Schritt 6 – Wasser langsam aufdrehen und prüfen Nach der Montage das Wasser langsam aufdrehen und alle Verbindungspunkte auf Dichtheit kontrollieren. Auch die Ablaufgarnitur testen.
Schritt 7 – Abschluss und Silikonfuge Falls nötig, Übergänge zur Wand mit geeigneter Silikondichtmasse versiegeln. Aushärtezeit laut Hersteller abwarten.
Viele Fehler beim Armaturenwechsel entstehen durch mangelnde Vorbereitung. Dazu gehören falsch gemessene Achsabstände, nicht passende Anschlusssysteme oder zu fest angezogene Verbindungsschrauben. Auch das Vergessen des Gewindedichtbands führt häufig zu späteren Undichtigkeiten.
Die Deutsche Handwerksordnung empfiehlt bei Unsicherheiten, fachkundige Unterstützung hinzuzuziehen – insbesondere wenn Unterputzinstallationen betroffen sind oder keine Erfahrung mit Sanitärarbeiten vorhanden ist. Die Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, dass bei Schäden durch unsachgemäße Eigeninstallation im Schadensfall die Versicherungsleistung eingeschränkt sein kann.
Eine Badewannenarmatur zu wechseln ist mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug auch für handwerklich versierte Heimwerker machbar.
Wer die Anschlussart kennt, die passende Armatur wählt und jeden Schritt sorgfältig durchführt, erzielt ein sauberes Ergebnis – ohne unnötige Kosten für den Fachbetrieb. Bei der Produktauswahl lohnt es sich, auf Qualität und Marken zu setzen, denn eine gute Armatur hält unter normalen Bedingungen viele Jahre lang zuverlässig.
17.04.2026
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