MAX - CAN'T WAIT UNTIL TONIGHT
Saarlands bester Musikmix!
U2

Von den ersten Anfängen an zeichnete die irischen Rocker besonders ihr ganz eigener Drive aus. "Wir waren eine Band, bevor wir überhaupt spielen konnten", sagte Bono denn auch in frühen Interviews. Gegründet hatte sich die Formation im Jahr 1978, nachdem Larry Mullen eine "Musiker gesucht"-Anzeige an die Pinnwand der "Temple Mount School" in Dublin gehängt hatte. Vom Punk inspiriert, schafften es Bono, Edge, Larry und Adam Clayton, sich eine treue, regionale Fangemeinde aufzubauen - nicht zuletzt aufgrund der ungeheuren Leidenschaft ihrer Live-Gigs. Nichtsdestotrotz war die erste, fast nur in Irland erhältliche, von CBS 1979 veröffentlichte EP kommerziell eher sehr mäßig erfolgreich - und es dauerte noch ein Jahr, bis der Vierer einen langjährigen Vertrag mit Chris Blackwells Island Records unterzeichnete - um dann, im Mai 1980, mit dem treibenden Post-Punker "11 O'Clock Tick-Tock" ihre erste, über die Landsgrenzen hinweg veröffentlichte Single herauszubringen.
In Zusammenarbeit mit dem Produzenten Steve Lillywhite folgten dann drei Alben. "Boy" (1980), "October" (1981) und "War" (1983) zeigten eine Band, die sich durch grandioses Songwriting und eine gehörige Portion Optimismus geradlinig weiter entwickelte. Während U2 dafür kämpften, die liberale Politik, das Christentum und den in allem lebenden Geist des Rock'n'Rolls miteinander zu versöhnen und in Einklang zu bringen, wuchs der Erfolg der Band rasant in schwindelnde Höhen. Als der Opener des "War"-Albums, die Single "New Years Day", dann im März 1983 der erste # 1-Hit wurde, schien es, als hätte U2 endlich die Plattform gefunden, die groß genug für ihr episches Material war. Und so enterte auch das im November des gleichen Jahres veröffentlichte Live-Album "Under A Blood Red Sky" sogleich die Top 20 der Billboard-Charts.
Doch U2 wuchsen weiter - und mit ihnen auch ihr Sound. Sie holten sich den Ambient-Guru Brian Eno mitsamt seinem Schützling Daniel Lanois, schlugen ihr Camp in dem durchaus würdigen Ballroom in Dublins "Slane Castle" auf, und ließen dort ein ganzes Paket feinster Songs mit wunderbarer Atmosphäre entstehen. Und "The Unforgettable Fire", so der Titel des daraus resultierenden Longplayers (1984), lieferte dann auch umgehend den nächsten massiven Hit mit "Pride (In The Name Of Love)" und markierte ebenso den Startpunkt für eine neunmonatige Tour mit insgesamt 54 Dates in den USA, bevor U2 dann 1985 mit ihrem legendären Auftritt bei "Live Aids" im Wembley-Stadion einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere setzen konnten.
U2 kannten nie etwas wie Stillstand, sie entwickelten sich stetig weiter und fühlten sich auch mit ihrer enormen Karriere immer komfortabler. Bono schrieb zusammen mit Bob Dylan und trat für Amnesty International ein; Edge schrieb den Score für den Reed-Film "Captive"; die umfassende "Joshua Tree"-Tour (dieses Mal schon mit 89 amerikanischen Dates) legten das Fundament für den "Rattle & Hum"-Film. Das Album zu dem Film beinhaltete wiederum mitreißende Tracks, darunter auch Aufnahmen aus dem legendären Sunstudio in Memphis - unter den Bildern von den ehemaligen "Studio-Nutzern" Elvis und Johnny Cash. Die Vorab-Single "Desire", eine Art Boogie auf einem treibenden Bo Diddley-Beat, schaffte es dann im September 1988 auf die Pole-Position der UK Single-Charts.
Davon überzeugt, dass sie nun lange genug auf dem bis dahin eingeschlagenen Weg gewandelt waren, orientierten sich U2 ein wenig um und tauchten in die Einflüsse der '90er ein. Bono und Adam waren mittlerweile 30 geworden, und die intensiven Tourneen der vergangenen Dekade hatten schon etwas die Nerven strapaziert. Das Quartett ließ sich in den Hansa Studios in Berlin nieder, um ihren Traum neu zu träumen. Schnell sollten sich zwei Lager bilden - sozusagen "die Hüte" (Bono, The Edge) gegen "die Haarschnitte" (Adam, Larry) - und sie gerieten wegen der unterschiedlichen Einflüsse irgendwo zwischen Acid House, Industrial Rock und My Bloody Valentine sogar aneinander. Das Resultat dieser bandinternen, trotzdem sehr produktiven Unruhen war dann "Achtung Baby", ein fast düsteres, gleichzeitig verspieltes Album, das die Band schließlich wieder zu einer festen Einheit zusammen schweißte. Auf der anderen Seite aber durchaus die Toleranz und die Flexibilität der Fans auf die Probe stellte. "Das war", wie sich Bono nicht ganz ohne Augenzwinkern erinnert, "der Sound von vier Männern, die den 'Joshua Tree' fällten."
Inmitten der "Zoo"-Tour, genauer gesagt während der Zeit in Europa, spielten U2 das Material zu "Zooropa" (1993) ein und schafften es tatsächlich, die Country-Legende Johnny Cash dazu zu überreden, einen Song - "The Wanderer" - zu singen. Danach folgte "Passengers: Original Soundtracks I", eine Kollektion von Songs, die ihre Inspiration aus 14 Art-Movies zog und sogar einen Luciano Pavarotti veranlasste, sein Können beizusteuern. Als Krönung dieser eher kopflastigen Phase erschien dann 1997 das Album "Pop" mit seinen textlich-explosiven Sprengsätzen zu Dance-Rhythmen, die aus der Zusammenarbeit mit DJ Howie B resultirten und die Formation ganz auf der Höhe der Zeit präsentierten.
Zu diesem Zeitpunkt, nach 20 Jahren Musikleben, konnte man es dann sicher nachvollziehen, dass sich die Mannen von U2 - mittlerweile mit dem Status der "Freemen Of Dublin" geehrt - etwas nach Ruhe sehnten. Wobei sich um die Band herum die Musikwelt der Dance-Music, dem HipHop und dem R&B zuwandte, die dem Rock den Schneid abgekauft hatten. Selbst wenn U2 diese Herausforderung angenommen hätten, wäre es kein einfaches Unterfangen gewesen, dieses Terrain zurück zu erobern.
Dann, im Jahr 2000, kam endlich "All That You Can't Leave Behind", ein Werk über Loyalität, Treue und Hoffnung und erwies sich als echter Grenzgänger mit durchschlagendem Erfolg. Das Album beachtete auf der einen Seite die neuen Regeln des Chart-Pops (so steuerte auch der Produzent der Spice Girls, Biff Stannard sein Können bei), mischte dies aber mit den aufregend-epischen Gitarren-Sounds der "War"-Ära (Steve Lillywhite war ebenfalls wieder mit von der Partie). Das Ergebnis: Sieben Grammys, 10,5 Millionen verkaufter Exemplare und eine 113 Dates umfassende "Elevation"-Tour, die sich mit $ 110 Millionen Einnahmen als die drittgrößte Tournee aller Zeiten ein Platz in der Musikgeschichte sicherte.
Das eigentlich Bemerkenswerte jedoch ist, dass U2 nach über 3 Karriere-Jahrzenten immer noch eine Band sind und gerade jetzt die wohl beste Musik ihrer Laufbahn machen.
Paul David Hewson (Bono) - Gesang
David Howell Evans (The Edge) - Gitarre
Larry Mullen Junior - Schlagzeug
Adam Clayton - E-Bass
Weitere Infos unter www.u2.com
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